Smart Meter Rollout: Praxisleitfaden zur Ausbringung by Prof. Dr. Christian Aichele, Oliver D. Doleski (auth.),
By Prof. Dr. Christian Aichele, Oliver D. Doleski (auth.), Christian Aichele, Oliver D. Doleski (eds.)
Spätestens mit der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) des Jahres 2011 wurde der schrittweise Austausch der bekannten analogen Messgeräte zur Erfassung des Verbrauchs von Strom, gasoline, Wasser und Wärme durch elektronische Zähler, sogenannte shrewdpermanent Meter, eingeleitet. Dieser als Rollout bezeichnete Austausch der Messinfrastruktur inklusive deren Einbindung in die Geschäftsprozesse von Versorgungsunternehmen wird in den kommenden Jahren eines der beherrschenden Aufgabenstellungen der deutschen Energiewirtschaft sein.
Wie kann ein flächendeckender Rollout ablaufen? Welche Besonderheiten sind zu berücksichtigen und wo liegen die Risiken? Auf diese und weitere Fragestellungen geben Autoren aus Wissenschaft und Praxis in diesem Buch praxiserprobte Antworten. Eine wichtige Rolle spielen insbesondere Erkenntnisse aus realen Rollout-Piloten, die dem Leser als Hilfestellung und Anregung für eigene Vorhaben dienen können.
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Messsysteme. Neben dem Ausbringungsgrad stellt die Geschwindigkeit, mit der ein Smart Meter Rollout vonstattengeht, eine weitere, ergänzende Perspektive der Umsetzung dar. Die Ausbringung einer Smart-Meter-Infrastruktur kann einerseits verhältnismäßig schnell in Form eines Big Bang bzw. als sofortiger Rollout erfolgen. Andererseits kann der Austausch der Infrastruktur verhältnismäßig langsam Schritt für Schritt im Wartungszyklus des Eich- und Turnuswechsels ablaufen. Die letztgenannte Variante korrespondiert eng mit fragmentierten Ansätzen, wohingegen der Big Bang in Form eines Massenrollouts ablaufen dürfte.
Zu den weiteren technisch-organisatorischen Zielen eines Smart Meter Rollouts zählen Ausbringung multispartenfähiger Lösungen, die Sicherstellung von Interoperabilität bzw. Möglichkeit zur Integration von Messgeräten sowie einzelner Komponenten verschiedener Hersteller in einem Gesamtsystem und die sichere Gewährleistung aller Anforderungen des Datenschutzes durch den Einbau zertifizierter Systeme und Geräte (BSI-Schutzprofil konform), um so möglichen Ängsten und Befürchtungen auf der Verbraucherseite gerecht zu werden.
Sie müssen die Stabilität und Versorgungssicherheit auch dann gewährleisten, wenn Energie zu einem Zeitpunkt schlagartig in großen Mengen zur Verfügung steht und vom Netz aufgenommen werden muss, um im nächsten Moment gänzlich zu fehlen. Es steht außer Frage, dass unter diesen Umständen Angebot und Nachfrage auf dem Strommarkt nicht immer übereinstimmen. Um diese Energieerzeugungsschwankungen dennoch permanent ausbalancieren zu können, führt kein Weg an einem massiven Aus- und Neubau der vorhandenen Netze und Speicher sowie einer umfangreichen Modernisierung der gesamten Infrastruktur vorbei.



