Stereotypen und Massenmedien: Zum Deutschlandbild in by Susanne von Bassewitz

Stereotypen und Massenmedien: Zum Deutschlandbild in by Susanne von Bassewitz

By Susanne von Bassewitz

Zero. Einleitung.- 1. Nationale Stereotypisierungen in Massenmedien.- 2. Deutschland-Stereotypen im geschichtlichen und politischen Kontext.- three. Ansiedlung der Untersuchung im Bereich der Stereotypenforschung.- four. Die Rolle der Kommunikation in den deutsch-französischen Beziehungen.- five. Die Untersuchungsmethode.- 6. Ergebnisse.- 7. Zusammenfassung der Ergebnisse.- eight. Schlußbetrachtung.- Anmerkungen.- Tabellen.- Literatur.

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Ein komplexes Auslandsbild trägt deshalb eher den Zug einer Hypothese. Es ist offener für neue Informationen (vgl. SCOTT 1965, 81, 82). Ein Individuum mit einem komplexen und offenen Auslandsbild wird bemüht sein, weitere Informationen zu suchen und es dabei auch zulassen, daß mit ihnen neue Dimensionen erschlossen werden (vgl. SCOTT 1965, 84). Hingegen wird jemand, der überzeugt davon ist, daß er sämtliche Charakteristika einer anderen Nation erfaßt hat, mit neuen Informationen grundsätzlich anders verfahren: Sie werden nur dann aufgenommen, wenn sie in das strukturell bereits fertige Bild passen oder so interpretiert werden können, daß sie sich problemlos einfügen lassen (vgl.

Der Einfluß der "Revue des Deux Mondes" reichte weit über den Kreis ihrer Leser und Abonnenten, in der Regel Angehörige der überschicht, hinaus (vgl. üHLER 1973). Die Publikationen in der "Revue des Deux Mondes" waren "ein Kommunikationsweg, auf dem übrigens die meisten wichtigen Aussagen der französischen Deutschlandhistoriographie jener Zeit über die Fachwelt hinaus verbreitet wurden" (GÖDDE-BAUMANNS 1981, 117). Ihre Auflage soll 1939 mit 52000 Exemplaren den höchsten Stand erreicht haben (vgl.

Entsprechend dem nationalen Selbstbild des beurteilenden Volkes formt sich dann das jeweilige Auslandsbild: " ... und zwar werden die Vorstellungen vom anderen Volk unter dem Einfluß der nationalen Selbstliebe so organisiert, daß das eigene Volk als das , höher geartete' erscheint" (OEHLER 1958, 249-255). Diese Theorie setzt für das jeweilige Individuum voraus, daß sein Selbstbild unverändert positiv bleibt. Nach Erich Reigrotski und Nels Anderson scheint aber zumindest für zunehmende Auslandskontakte zu gelten, daß sie die Meinung über andere Nationen verbessern und eine kritischere 25 Haltung der eigenen gegenüber bewirken (vgl.

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