Römische Geschichte. Republik und Kaiserzeit bis 284 n. Chr. by Hermann Bengtson
By Hermann Bengtson
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Die große Wahrscheinlichkeit ist jedoch, daß die ses Septimontium eher eine religiöse als eine politische Gemeinschaft gewesen ist. Anders die Vierregionenstadt der städtischen Tribus der Suburaner, Palatiner, Esquiliner und Colliner. Um diese Vierregionenstadt war das Pomerium gezogen, das in seiner ursprünglichen Ausdehnung bis in die sullanische Zeit existiert hat. Es bezeichnete die Grenze für die stadtrömischen Magistrate, in späterer Zeit war es die Scheidelinie zwischen der Gewalt der Magistrate und der Promagistrate.
Römisch-karthagischen Vertrag beginnt die äußere Geschichte der jungen römischen Republik. Der Vertrag ist ohne Datierung überliefert, Polybios hat ihn jedoch in das Jahr 508/07 v. , nach Polybios das erste Jahr des römischen Freistaats, gesetzt. In diesem Vertrag erkennen die Römer und ihre Bundesgenossen eine Fahrtgrenze im Mittelmeer an, sie -52- verpflichten sich, nicht über das «Schöne Vorgebirge» hinauszufahren, es sei denn im Falle höherer Gewalt. Wenn die Römer in Libyen, Sardinien und im karthagischen Teil Siziliens Handel trieben, so war die Anwesenheit eines Herolds (kéryx) oder eines Urkundsbeamten (grammateús) erforderlich.
Klasse hatten zusammen für sich die Mehrheit (98 Stimmen gegenüber 95 der anderen). Waren sie sich einig, so gelangten die übrigen gar nicht mehr zur Abstimmung. Dazu kam noch ein Vorstimmrecht der älteren Jahrgänge (seniores) vor den jüngeren (iuniores) in den einzelnen Klassen. Es ist dies ein ganz extremes Klassenwahlrecht, wie es in der Geschichte in dieser Form wohl ohne Beispiel ist. Wenn die römische Überlieferung diese komplizierte Centurienordnung mit dem Namen des Königs Servius Tullius verbindet, so ist dies historisch unmöglich, was allein schon durch die überlieferten Zensussätze erwiesen wird.



