Postmoderne Sozialarbeit: Ein by Heiko Kleve
By Heiko Kleve
Die Sozialarbeit befindet sich als occupation und Disziplin in einer Umbruchphase. Die gesellschaftlichen Wandlungsprozesse wie Individualisierung, Pluralisierung und Differenzierung lassen traditionelle sozialarbeiterische Orientierungen obsolet werden. Die Fragen, was once Sozialarbeit ist und welche gesellschaftlichen Funktionen sie wahrzunehmen hat, sind keineswegs mehr eindeutig beantwortbar. Hierauf muss sich auch eine Sozialarbeitswissenschaft einstellen. Darum sind Konzepte gefragt, die die ausgeblendeten Widersprüche, Ambivalenzen und Paradoxien des Sozialarbeiterischen herausarbeiten und tolerieren. In diesem Buch wird wissenschafts-, sozial und
praxistheoretisch aufgezeigt, dass Sozialarbeit auf allen Ebenen ihrer gesellschaftlichen Ausdifferenzierung ambivalent und damit immanent postmodern ist.
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Jene Ausgangsunterscheidungen, anhand derer erstens die Pluralität von sozialarbeiterischen Theorien und Praktiken (Methoden) reflektiert wird,33 zweitens die These validiert werden soll, daß sich die strukturellen Ambivalenzen der Sozialarbeit in der Existenz verschiedener, zum Teil sich gegenseitig ausschließender sozialarbeiterischer Theorien und Methoden spiegeln und drittens eine postmoderne Theoriearchitektur skizziert wird, die sowohl die impliziten Ambivalenzen der Sozialarbeit reflektiert als auch die Möglichkeit und Notwendigkeit von Transversalität, von reflexiven Übergängen und Verbindungen zwischen den verschiedenen Theorien und Methoden als ureigenste Aufgabe einer Sozialarbeitswissenschaft postuliert.
Explikationen sind Unterscheidungen, die weitere Unterscheidungen anschlußfähig machen und damit bestimmte Beobachtungen nahe legen, während andere ausgeschlossen werden (müssen). 2 Präskription Bei präskriptiven Reflexionstheorien handelt es sich um abstrakte methodologische Regeln, die sich „als Bedingung der Rationalität des Forschungsverhaltens vorstellen; oder um Explikate des Begriffs der Vernunft mit dem Nebensinn, daß jeder, der sich diesen Anweisungen nicht fügt, eben unvernünftig handelt“ (Luhmann 1990a, S.
43 An diesem Schema zur Erzeugung deskriptiver wissenschaftlicher Erklärungen läßt sich deutlich erkennen, daß entsprechend dem Konstruktivismus Beobachtung/Beschreibung und Phänomen der Beobachtung/Beschreibung zirkulär miteinander verbunden sind, so daß jede Phänomenbeobachtung untrennbar zusammenhängt mit der kognitiven bzw. der operationalen Selbstreferenz der beobachtenden Systeme. Wie Werner Vogd (1996, S. ] damit weniger eine Erklärung als solche denn eine Handlungsanweisung. Sie beschreibt, welche Handlungen [bzw.



