IRobot - uMan: Künstliche Intelligenz und Kultur: Eine by Ulrike Barthelmeß, Ulrich Furbach

IRobot - uMan: Künstliche Intelligenz und Kultur: Eine by Ulrike Barthelmeß, Ulrich Furbach

By Ulrike Barthelmeß, Ulrich Furbach

Warum werden Roboter oft als bedrohlich oder ihr Einsatz als unsozial empfunden? Können künstliche Systeme Emotionen und Bewusstsein haben? Die those des Buches ist es, dass wir von den unterschiedlichen Sichtweisen der Literatur- und Geistesgeschichte profitieren und dadurch aktuelle Entwicklungen der Robotik unvoreingenommen aufnehmen können. Besonders deutlich werden die unterschiedlichen Sichtweisen, wenn mittelalterliche Golem-Mythen, die Philosophie der Aufklärung, androide Roboter aus der Romantik und die Entwicklung im 20. Jahrhundert betrachtet werden. Dabei erfahren wir auch einiges über die geistesgeschichtliche Entwicklung des Menschen, denn stets stellt sich auch die Frage nach dem, was once der Mensch ist, used to be sein Bewusstsein ausmacht und was once ihn von anderen Wesen oder Robotern unterscheidet. Gedanken zu den Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz und der aktuellen Determiniertheits-Debatte der Menschen runden das Buch ab.

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Einen ähnlichen Effekt kann man bei Experimenten beobachten, die Cynthia Brazeal während ihrer Doktorarbeit am MIT in Boston durchgeführt hat. KISMET ist ein Roboterkopf, der alles andere als menschenähnlich ist (siehe Abb. 1). Seine Mechanik liegt völlig bloß, er hat unförmige Lippen, Augen und Brauen, Ohren, die eher an Tierohren erinnern; er kann den Kopf in zwei Freiheitsgraden bewegen. Alles in allem ein eher drolliger, keineswegs menschlicher Anblick. Der Kopf kann brabbeln, also so tun, als spräche er; er beherrscht keine natürliche Sprache, kann aber sehr wohl die Satzmelodie seines Gegenübers imitieren.

Was die umstrittene Willensfreiheit angehe, so befinde sich La Mettrie auf einer Linie mit dem Hirnforscher Gerhard Roth. Dessen Lehren haben wir zu Beginn des Kapitels diskutiert. Auf Grund dessen verliert das Konzept von Verantwortlichkeit, Schuld und Sühne an Gültigkeit, an seine Stelle tritt das Abweichen von Verhaltensnormen, die auf Störungen im Gehirn zurückzuführen sind, die man entweder therapieren kann oder, falls das nicht möglich ist, eine Verwahrung der gestörten Person notwendig machen, um die Gesellschaft zu schützen.

Gestützt wird diese Auffassung durch eine Reihe von Experimenten, die auf den amerikanischen Psychologen Benjamin Libet zurückgehen. Schon in den 1980ern hatte er Ergebnisse veröffentlicht, die belegen, dass das Bereitschaftspotential für eine bestimmte (einfache) Handlung deutlich vor dem Bewusstwerden des Willensaktes auftritt. Erst dann wird die Bewegung tatsächlich ausgeführt. Das Bereitschaftspotential ist 550 Millisekunden und das Bewusstsein der Absicht erst 200 Millisekunden vor der eigentlichen Handlung zu messen.

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