Deutsche Geschichte, Bd.1 - Grundlagen und Beginn der by Josef Fleckenstein
By Josef Fleckenstein
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Beide, Herrenhof und Bauernhof, unterscheiden sich voneinander äußerlich allein durch ihre Größe. Um das Wohnhaus, das als Pfostenbau erkennbar ist, gruppieren sich die Ställe, die in ihrer Zahl und Ausdehnung für den Reichtum an Vieh aufschlußreich sind, dazu die unentbehrlichen Vorratsgebäude. Mehrfach sind auch Arbeitshäuser, Webhütten und Badehäuser bezeugt. Das Ganze umschließt ein Zaun, der zugleich als Schutz gegen wilde Tiere dient und in jedem Fall einen wesentlichen Bestandteil des Hofes bildet.
In den Wundern über seinem Grabe erkennt das Volk die Größe seiner Heiligkeit. Als Vater und Förderer der Mönche wird er das Vorbild, dem sie nachstreben. Er verliert freilich mit der Zeit an Ausstrahlungskraft, und so wird das merowingische Mönchtum unter den Karolingern von einer ganz anderen Art von Mönchtum abgelöst, die dann für Jahrhunderte den Typ des abendländischen Mönchs bestimmt. Gegenüber dem Mönchtum spielt der Episkopat, wie bereits angedeutet, mehr eine politische als eine religiöse Rolle.
Auch der Garten ist von Hecke oder Zaun umgeben. Ausgrabungen bestätigen im wesentlichen dieses Bild. Während sie vor allem auch die keineswegs einheitliche Größe der Gebäude einsichtig machen, sind wir jedoch über die Größe des Ackerbodens, der zum einzelnen Hof gehörte, vorerst noch auf Vermutungen angewiesen. Die Volksrechte sagen darüber nichts. 36 Sachkenner wie Wilhelm Abel betonen, daß man sie sich nicht zu groß vorzustellen habe. Und dafür spricht auch, was wir aus den folgenden Jahrhunderten über die Größe der einzelnen Bauernhöfe erfahren, wenn der Rückschluß auch immer ungewiß und hypothetisch bleibt.



