Vom Römertum zum Ästhetizismus: Studien zu den Briefen des by Eckard Lefèvre

Vom Römertum zum Ästhetizismus: Studien zu den Briefen des by Eckard Lefèvre

By Eckard Lefèvre

Die Untersuchung bemuht sich, die im allgemeinen vernachlassigte kunstlerische shape der Briefe des jungeren Plinius herauszustellen. Behandelt werden folgende Themen: Exempla antiquitatis (Wurdigungen groer demeanour, die noch die alte Zeit verkorpern und fur Plinius vorbildhaft sind: Verginius Rufus, Titius Aristo, Antoninus Arrianus, Cornutus Tertullus), Verfall der individuellen Freiheit nicht nur unter Domitian, sondern auch unter Trajan, des Senats und der Redekunst der Gegenwart, bedeutende Schriftsteller in Vergangenheit und Gegenwart (Cicero, Plinius der Altere, Silius Italicus, Martial), humanitas im Umgang mit anderen (sowohl mit anderen Volkern als auch mit Frauen und Sklaven), schlielich die Villa als geistiger Lebensraum und die Rezeption der Landschaft. Plinius spricht jeweils aus einem dezidiert eigenen Blickwinkel heraus. Auf diese Weise ergibt sich ein Gesamtbild seiner geistigen Personlichkeit sowie der kulturellen Bedingungen der Epoche, da das Einverstandnis der Adressaten aus dem Senatorenstand vorauszusetzen ist.

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Plinius beginnt die Verteidigung mit einem persönlichen Argument: Er habe beide geliebt, aber den mehr bewundert, den Ruso tadele, und zwar so sehr, daß er nicht glaube, er könne jemals genug gelobt werden, er, dessen Verteidigung er nun auf sich nehmen müsse, utrumque dilexi, miratus sum magis quem tu reprehendis, atque ita miratus ut non putarem satis umquam posse laudari, cuius nunc mihi subeunda defensio est (2). Das ist eine subjektive Wertung, die mit dem Argument ‚quod licet Iovi, non licet bovi‘ operiert.

Deshalb geht Plinius medias in res, ohne wie sonst den aktuellen Anlaß zu nennen, ja ohne den Adressaten besonders anzureden. Dieser wird zunächst nur in der rhetorischen Frage vidistine quemquam M. Regulo timidiorem humiliorem post Domitiani mortem? berücksichtigt. Damit ist das Thema des Briefs signalartig genannt. 5 Sosehr er sonst bemüht ist, wie Cicero oder Seneca die Nachwelt im Auge zu haben, tritt dieser Aspekt in 1, 5 zurück. Auch die Absicht, den aus Saguntum stammenden Freund C. Licinius Voconius Romanus, den Empfänger sieben weiterer Briefe,6 zu informieren, ist zweitrangig.

I. exemplar aevi prioris: Verginius Rufus 31 gehörte, dessen Grabmal noch unvollendet ist. 27 Man darf annehmen, daß Plinius selbst für die Fertigstellung des Monuments gesorgt hätte, wenn es längere Zeit eine Bauruine auf dem Grundstück der Verwandten gewesen wäre. Geld spielt offenbar auch bei Pompeia Celerina28 keine Rolle. Möglicherweise überzeugt sich Plinius zum erstenmal mit eigenen Augen von der Lage. Jedenfalls wäre es merkwürdig, wenn er die geschilderte Erfahrung öfter machte. Plinius berichtet, wie er zu dem Gut kam, das einst Verginius in Besitz hatte, und wie schon der Ort in ihm die mit Schmerz gepaarte Sehnsucht nach dem ‚besten und größten‘ Mann erneuerte; Verginius habe in dieser Abgeschiedenheit gewohnt und sie das Nest seines Alters genannt, cum venissem in socrus meae villam Alsiensem, quae aliquamdiu Rufi Vergini fuit, ipse mihi locus optimi illius et maximi viri desiderium non sine dolore renovavit.

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