Streifzüge durch das Abendland: Europa für Anfänger und by Bill Bryson
By Bill Bryson
In diesem 1988 veröffentlichten Buch beschreibt invoice Bryson rückblickend seine Reisen durch Europa als 20jähriger Rucksacktourist. Seine Reise beginnt in der nördlichsten Stadt des Kontinents Hammerfest und endet an der Nordspitze Asiens, in Istanbul. Auf seiner Reise quer durch den europäischen Kontinent stoppt er in Städten wie Oslo, Paris, Brüssel, Aachen, Köln, Amsterdam, Hamburg, Kopenhagen, Stockholm, Rom, Neapel, Florenz und Mailand. Auch der Schweiz, Österreich, Jugoslawien und der Türkei stattet er einen Besuch ab. Er besucht sogar das Fürstentum Liechtenstein. Mit seinen Sprachkenntnissen, die rein auf Englisch basieren, begegnet er allen Situationen gelassen. Ob er den selbstmörderischen Pariser Motorradfahrern mutig trotzt, sich von Zigeunern ausrauben läßt, der Versuchung widersteht in Deutschland in einem eating place Eingeweide und Tieraugen zu bestellen, durch die Sexläden der Reeperbahn bummelt oder sich auf eine Diskussion über seine Hotelrechnung in Kopenhagen einläßt, Bryson sieht sich alle Sehenswürdigkeiten an, seziert mit scharfem Blick die jeweilige Kultur und durchleuchtet jeden Platz und jede individual mit seinen überaus witzigen und sarkastischen Bemerkungen.
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Wußten Sie, daß die Europäische Kommission aufgrund ihrer byzantinischen Struktur nicht einmal genau sagen kann, »wieviele Mitarbeiter sie hat und womit sie sich alle beschäftigen« ? ) Ich finde das besorgniserregend. Ich persönlich habe beschlossen, die EG nicht zu mögen, als sie den Briten ihre schicken, marineblauen Pässe wegnahm, um sie durch diese labberigen, roten Hefte zu ersetzen, die aussehen wie die Ausweispapiere polnischer Seeleute. Es ist immer dasselbe mit so großen Institutionen, Sie haben keinen Stil.
In Brüssel steige ich immer im Sax ab, weil man dort BBC I empfangen kann und weil das Hotel so interessante Fahrstühle hat, ein Aspekt, an den ich mich wieder erinnerte, als ich im Korridor vor einem leuchtenden Abwärts-Knopf stand, den »Waiting for the Elevator«-Song vor mich hin summte (»Doo dee doo dee doo dee doo doo«) und mir die Zeit mit der müßigen Überlegung vertrieb, warum die Teppiche in Hotelfluren immer so häßlich sein müssen. Im großen und ganzen hat man in Europa von Fahrstühlen keine Ahnung.
50 Als endlich ein Taxi kam und direkt vor mir hielt, nahm ich überrascht zur Kenntnis, daß siebzehn erwachsene Männer und Frauen zu glauben schienen, sie hätten das gute Recht, vor mir einzusteigen. Ein Mann mittleren Alters in einem Kaschmirmantel, unverkennbar wohlhabend und gebildet, wurde sogar handgreiflich. Ich gab eine Reihe von empörten, gallischen Huplauten von mir »Mais non! « - und behauptete meine Position, indem ich mit meiner Leibesfülle die Tür verstopfte. Ich sprang in den Wagen, widerstand der Versuchung, den unverfrorenen Menschen beim Schlips zu packen und ihn bis zum Gare du Nord neben uns her traben zu lassen, und bat den Fahrer nur, mich schnell von dort wegzubringen.



