Die Henkerstochter und der Konig der Bettler by Oliver Potzsch

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By Oliver Potzsch

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Knurrte Simon. »Wenn du weiter so starrst, wird dich Gott mit Blindheit strafen. « »Mein Vater schickt mich«, murmelte der Junge. «, fragte Magdalena, die nun angezogen hinter dem Felsen hervortrat. »Was kann der von mir schon wollen? « Tatsächlich galt der Schongauer Bäckermeister im Ort als in die Jahre gekommener Schürzenjäger und geiler Bock. Auch bei Magdalena hatte er es in früheren Jahren versucht und eine saftige Abfuhr erhalten. Seitdem tratschte Berchtholdt herum, die Henkerstochter sei mit dem Teufel im Bunde und habe den jungen Medicus verzaubert.

Tock … Tock … Tock … Jakob Kuisl beugte sich über die Wanne und fuhr mit der Hand durch das lauwarme Wasser. Es war tiefrot. Der Henker sprang zurück, und die Nackenhaare stellten sich ihm auf. Seine kleine Schwester und ihr Mann badeten in ihrem eigenen Blut! Jetzt sah Kuisl auch den Schnitt an Lisbeths Kehle, der ihn wie ein zweiter Mund angrinste. Ihr schwarzes Haar schwamm wie ein verfilztes Netz im rot gefärbten Wasser. Bei Andreas Hofmann war der Schnitt so tief, dass er fast den Kopf vom Rumpf gesäbelt hatte.

Nicht aus Augsburg, aus Schongau«, knurrte der Henker. « »Wie auch immer«, sagte der Wächter und warf seinen Kameraden hinter ihm einen zwinkernden Blick zu. Dann musterte er Kuisl, als würde er ihn mit einem inneren Bild abgleichen. « »Meine Schwester wohnt bei euch«, antwortete der Henker knapp, ohne auf den spöttischen Unterton einzugehen. « Der Wachmann grinste selbstgefällig. »Deine Schwester, soso. « Er lachte und wandte sich wieder feixend seinen Kameraden zu. « Gelächter ertönte um sie herum.

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