Das glaserne Wort by Kai Meyer

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Hier drinnen waren die Spiegel nicht mehr aus Metall, sondern aus Glas. Sie sahen sich selbst in den Wänden des Ganges reflektiert, glasklar, ohne merkliche Verzerrung. Da sich die Spiegelwände auf beiden Seiten des Korridors gegenüberlagen, setzten sich ihre Ebenbilder ins Unendliche fort, eine ganze Armee aus Merles, Junipas, Seths und Obsidianlöwen. Vermithrax’ Glut leuchtete in der Vervielfachung so hell wie eine Sonne, eine ganze Kette von Sonnen, und was ihnen bislang recht dienlich gewesen war – eine ständige Lichtquelle, ganz ohne Lampen oder Fackeln –, wurde hier drinnen zu einem verräterischen Alarmsignal für jeden, der sich ihnen näherte.

Sie trug immer noch den kleinen Rucksack mit Arcimboldos Spiegelmaske auf dem Rücken, nichts und niemand vermochte sie davon zu trennen. Die Schnallen waren so festgezurrt, dass die Riemen in ihre Schultern einschnitten. Aus der Dunkelheit schälte sich das Gesicht der Hexe. Sie formte ihre Lippen zu einer Art Kussmund, mit dem sie die Blase zu sich heransaugte. Ihre riesenhaften Züge kamen näher und näher, waren schließlich groß wie ein Haus. Serafin versuchte zurückzuweichen, doch seine Hände und Füße fanden auf dem rutschigen Blasenboden keinen Halt.

Die ersten Gebäude waren etwa zwanzig Meter von ihnen entfernt. Durch den Fensterschlitz sah Merle enge, hohe Gassen zwischen den Bauten. In Anbetracht der zahllosen Dächer und Türme musste es sich um ein wahres Labyrinth aus Schneisen und Wegen handeln. Unwillkürlich musste Merle an Serafin denken. Daran, dass er als Meisterdieb am besten gewusst hätte, wie man sich unauffällig in einem solchen Irrgarten aus Gassen bewegte. Daran, wie sehr sie ihn vermisste. « Seths Stimme wischte Serafins Gesicht aus ihren Gedanken.

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